Situationen

  • Manager auf allen Stufen, die ihren Mitarbeitenden bewusst Informationen vorenthalten, um die künstliche Macht in ihren Händen zu behalten.
  • Mitarbeitende, die nach dem Peter-Prinzip , also bis zur Stufe der eigenen Unfähigkeit, befördert werden und dann ihre eigenen Fehler und Schwächen auf andere abwälzen.
  • Menschen, die sich mit fremden Lorbeeren schmücken und sich um jeden Preis ins Rampenlicht stellen.
  • Und all diejenigen, welche ohne Rücksicht auf Verluste andere mit ständiger Kritik niederwalzen, nur um für einen kurzen Augenblick das Gefühl von falscher Anerkennung zu geniessen.

Viele glauben, in unserem Zeitalter sei die Kunst der sozialen Kompetenz und der effektiven Führung verbreitet. Aber die eingangs beschriebenen Situationen sind eher die Regel als die Ausnahme. Eine Welt geprägt von Integrität, Wahrhaftigkeit und Wertschätzung für die Andersartigkeit ist erstrebenswert. Deren Vollendung liegt jedoch noch in weiter Ferne.

Verhaltensweisen

Es geht daher darum, uns nicht nur mit schwierigen Menschen abzufinden, sondern wirkungsvoll und zugleich kräftesparend mit ihnen umzugehen. Wir tun gut daran, uns einige grundsätzliche Verhaltensweisen anzueignen.

  1. Nicht in den Widerstand gehen
    Möchtest du zum Beispiel etwas bewegen und zum Friedensförderer werden, dann kämpfe nicht gegen den Krieg, sondern für den Frieden. Kritisiert dich jemand oder tut dir gar unrecht, dann schlag nicht zurück, sondern überlege dir, was du verbessern und letztlich im Positiven erreichen kannst.
  2. Schweigen: Nutze das Dampfkochtopf-Prinzip
    Lass dein Gegenüber reden und reden und reden, bis der Dampf draussen ist. Dann wartest du bewusst 1 Minute lang. Lass unberechtigte Kritik bewusst stehen und geh nicht darauf ein; sonst könnte es wie ein Schuldeingeständnis aufgefasst werden. Bleib ruhig und zeige so deinem Gegenüber wie selbstbewusst und zentriert du bist.
  3. Drücke deine Gefühle aus
    Wenn du Kritik wirklich zurückweisen willst, dann tu es indem du dir mit Ich-Botschaften Luft verschaffst und authentisch offenbarst wie du dich fühlst; z.B. „ich fühle mich schlecht, wenn ich…..“. Damit triffst du oft den Nerv deines Gegenübers und bringst eine Wende in die Geschehnisse.
  4. Entblösse deinen Kontrahenten mit W-Fragen
    Viele meinen sie müssten im Kritikhagel lernen, wie man möglichst schlagfertig ist. Doch meist fehlen uns die richtigen Worte. Viele Kritiker schlagen oft unüberlegt und nicht fundiert los. In solchen Fällen kannst du mit Fragen wie „Warum sehen Sie das so?“, „Wo und wann haben Sie dies festgestellt?“ das Gespräch auf eine sachliche Ebene zurückführen.
  5. Du weisst es besser: Feedback statt Kritik
    KritikerInnen und Egos verletzen oft Feedback-Regeln. Sie kritisieren ohne sich auf Fakten zu beziehen, sie haben nicht gelernt, konkrete Verbesserungsvorschläge zu machen und spezifisch zu werden. Sie sind nicht an einer Verbesserung der Situation interessiert. Frage deshalb gezielt nach beim Gegenüber: „Was möchten Sie konkret verbessern? Was möchten Sie mit Ihrer Kritik bewirken“?
  6. Du bist das, was du selbst zulässt
    Andere können dich nur so sehr verletzen, wie du es innerlich selbst zulässt. Du legst dir am besten ein dickes Fell zu, indem du dich in kritischen Situationen an deine Stärken und persönlichen Erfolge erinnerst. Sei dir ständig bewusst, dass du ein einzigartiges Wesen mit einzigartigen Qualitäten bist und niemand das Recht hat, dein Licht unter den Scheffel zu stellen.
  7. Ich bin doch gar nicht gemeint
    Menschen sind oft „schwierig“, weil sie innerlich ein persönliches Problem ausfechten, welches dich als deren Gesprächspartner gar nicht betrifft. Oft spielst du dann leider nur den Blitzableiter. Versuche dich in die Lage des anderen zu versetzen und frage dich, warum dieser wohl so reagiert? Entflechte deine eigene Person von der Kritik des Anderen.
  8. Sieh nur das Beste
    Jeder Mensch, so schwierig er oder sie erscheinen mag, hat mindestens eine Eigenschaft, welche du wertschätzen kannst. Geh von der Annahme aus, dass alle grundsätzlich nur das Beste wollen, aber in ihrer persönlichen Entwicklung noch auf dem Weg sind. Sende Anerkennung für die Situation aus: deine positive Energie hilft andere zu ändern –  denn nur wenn du dich selbst änderst, kannst du auch andere verändern.

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