„Ob ich für Waterboarding bin, das simulierte Ertränken? Da könnt ihr Euren Arsch drauf wetten! Es wirkt.“ Seine Rivalen nennt er „krank“, „korrupt“ oder „langweilig“. Da zeigt jemand wirklich massive Ecken und Kanten und nimmt kein Blatt vor den Mund. Der Multimilliardär aus New York hat im Leben wohl vieles, wenn nicht alles erreicht – wenn man Erfolg auf den Nenner Geld reduziert. So scheint es nur logisch, dass er nach dem letzten grossen Ziel in seinem Leben, dem Amt des US-Präsidenten, des wohl mächtigsten Mannes der Welt, greift. Seine Strategie, sich mit der Brechstange und der verbalen Elimination seiner Widersacher die Macht zu holen, scheint zumindest kurzfristig zu wirken. In Iowa noch gescheitert, hat er in New Hampshire und South Carolina nun zum Siegeszug ausgeholt. In der Vergangenheit hat er viele funktionierende Erfolgsfaktoren konsequent angewandt, diese haben ihm wohl grossen monetären Erfolg beschert: Leidenschaft für die Sache, Mut, Durchsetzungsvermögen und Entschlossenheit. Sein Imperium mit Beteiligungen an über 500 Firmen stellt unbestritten eine eindrückliche Erfolgsbilanz dar.

Trump wirkt zwar echt, weil er in den Augen seiner Anhänger genau das sagt, was er denkt. Doch stellt sich mir die Frage, ob es sich hier um wahre Authentizität handelt. Eine Authentizität, wie jene, die anderen grossartigen Persönlichkeiten in der Geschichte der Menschheit zu einem höchsten Mass an Glaubwürdigkeit, bedingungslosem Vertrauen und letztlich zur natürlichen Macht verholfen hat. Wer authentisch ist, weiss, wer er ist, kennt seine Werte und Prinzipien, seine Stärken, aber auch seine Schattenseiten. Authentische Menschen geben sich auch ständig der Selbstreflexion hin, sie schätzen sich eben mit all ihren Ecken und Kanten. Zudem besagt ein unwiderrufliches und universales Gesetz, dass wir nur das geben können, was wir bereits besitzen. In diesem Falle also die Wertschätzung für die Andersartigkeit. Wer Ecken und Kanten zeigt, strahlt von innen und bringt andere zum Leuchten, oft sogar seine grössten Widersacher. Ich frage mich, ob Trump’s ehrgeiziges Ziel, Präsident zu werden, von ganzem Herzen kommt oder nur Ego getrieben ist, um sich eine weitere Trophäe zu holen. Echte Menschen sind durch einen „purpose“ – ihre ureigene Herzensangelegenheit  – getrieben. Sie kämpfen für und NIE gegen eine Sache. Beispielhaft also nie gegen den Krieg, sondern für den Frieden. Dieser Ansatz beflügelt nicht nur Anhänger, sondern auch die Widersacher. Trumps‘ Drohungen, eine Mauer zwischen den USA und Mexiko zu bauen oder die Handelsbeziehungen mit China rigoros zu beschneiden, werden keine nachhaltigen Lösungen für die wahren Probleme im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und schon gar nicht für die Welt als Ganzes bringen. Auch wenn er die Vorwahlen in den restlichen Bundesstaaten gewinnen sollte – der Super Tuesday wird’s wohl zeigen – , wird ihn die republikanische Partei kaum nominieren, denn diese bevorzugt einen moderateren Kandidaten. Zudem werden ihm wesentliche Stimmen der Mittelschicht und der Latinos fehlen. In einem solchen Falle könnte er sich immer noch als unabhängiger Kandidat zur Wahl stellen. Doch dann würde er höchstens den Republikanern wichtige Stimmen abgraben und den Demokraten den sicheren Sieg bescheren.

Welche Möglichkeiten hat Donald Trump? Die USA und der Rest einer ausgebrannten Welt brauchen Menschen, die andere wieder zum Leuchten bringen, die sich für Grosses einsetzen und die wahre Wertschätzung fühlen, zeigen und leben können. Wer das schafft, hat die Herzen und somit Wählerstimmen sicher in der Tasche. Im Falle Trump hat der Grossteil des kollektiven Bewusstseins der Menschheit ihm bereits die Anerkennung aus Mangel an Wertschätzung entzogen. Auch seine Fans werden sich zunehmend von ihm abwenden, wenn sie realisieren, dass er ihnen keine echte Anerkennung ihrer wahren Sorgen entgegenbringt, sondern nur nach seinem ganz persönlichen Ziel lechzt. Somit werden immer mehr Energien freigesetzt werden, die seine Wahl unmöglich machen. Wenn er es aber in den nächsten Monaten schafft, seine ausserordentlichen Stärken wie Mut, Entschlossenheit und Durchsetzungsvermögen – die ihn ja bereits sehr gross gemacht haben  – mit einem herzgetriebenem Ziel zu verbinden, dann hat er eine grosse Chance zum mächtigsten Mann der Welt gewählt zu werden. Dazu muss er aber bald glaubhaft transportieren, dass sich dieses Ziel absolut und eindeutig für und nicht gegen GROSSES einsetzt. Nur damit kann er eine Welle an immenser wertschätzender Energie für die Andersartigkeit auslösen. Und wie ich in meinen Vorträgen immer wieder betone: der erste Schritt zur radikalen Transformation fängt bei der Bereitschaft zur Selbstreflexion an. In diesem Sinne, Donald, es ist noch nicht zu spät …

 

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