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Im Alter von 24 Jahren beende ich mein Ingenieurstudium und sofort habe ich zwei grosse Ziele: in möglichst umfangreichen Projekten in Entwicklungsländern zu arbeiten. Krampfhaft visualisiere ich, male mir Bilder aus, arbeite mit Affirmationen, wende alle nur möglichen Mentaltechniken an, lese Bücher von Jack Canfield, Napoleon Hill und Paul McKenna. Ich lasse mein Ziel nicht aus den Augen, zeige Geduld, wechsle von Job zu Job und von Industrie zu Industrie. Komisch.

Mit 35 Jahren bin ich immer noch nicht dort, wo ich gerne sein möchte. Ich arbeite zwar in den USA und quer durch Europa, doch: exotisch sieht wohl anders aus … Mein Versuch, beim IKRK (Internationales Komitee des Roten Kreuzes) unterzukommen, in der Hoffnung endlich in einem Schwellenland Fuss zu fassen, scheitert auch.

Nach einer über 10-jährigen Odyssee lasse ich schlussendlich den Gedanken in Frieden los, fahre in den Urlaub, schwinge mich auf mein Surfbrett. Und siehe da: Bingo! Innerhalb von 10 Tagen nach meiner Rückkehr erhalte ich ein Job-Angebot, einen neuen Markt aufzubauen. In Indien. Mein Traum ist in Erfüllung gegangen (obwohl Arbeiten in Indien in den ersten Monaten eher einem Alptraum glich – aber das ist ein anderes Thema für einen anderen Blog).

In den folgenden 10 Jahren arbeite ich in Myanmar, Vietnam, Bhutan, Pakistan und in vielen anderen entlegenen Orten auf diesem Planeten. Während sich viele immer noch an die SMART – Regel halten und bloss frustriert zurückblicken, wenn sie ihre Ziele nicht sofort oder überhaupt nicht erreichen, hat mich meine Irr-Reise von Jahrzehnten einige wichtige Lektionen gelehrt:

Die stürmische Reise ist das Ziel!

Manche Zeiten sind stürmisch. Manche „Reisen“ krisengeschüttelt. Manche Projekte eben noch nicht reif. Wichtig ist das konstante Lernen während all dieser Prozesse. Und vor allem: Krisen machen uns stark. Sie sind immer Chancen! Wir müssen sie nur nutzen.

Loslassen, loslassen, loslassen!

Ich habe gelernt: Jedem Ziel der richtige Zeitpunkt. Als ich zum ersten Mal visualisierte, in einem Entwicklungsland zu arbeiten, war ich 25. Erst 15 Jahre später verwirklichten sich diese Ziele. Aus heutiger Sicht logisch, denn ich wäre mit 25 nicht bereit gewesen, diesen grossen Herausforderungen zu begegnen. Meine erste Unternehmung und der Traum, auf dem indischen Subkontinent Solaranlagen zu bauen, scheiterte mit Millionenverlusten spektakulär. Jahre danach, nachdem ich auch dieses Ziel einfach fliegen liess, treten Investoren und sehr zuverlässige Geschäftspartner in mein Leben. Der Schlüssel: Loslassen.

Gefühle sind mächtiger als Bilder!

Versuche nie, Dinge aus Zwang zu visualisieren. Denn wenn die Gefühle nicht stimmen oder gar nicht vorhanden sind, passiert gar nichts.

Dranbleiben

Ein Diamant braucht Tausende von Jahren und enorme Kraft bis er seinen vollen Glanz erreicht hat. Ein Bambus wächst in den ersten 3 bis 4 Jahren nur wenige Zentimeter. Danach schiesst er innerhalb weniger Wochen um mehrere Meter in den Himmel. Für mein erstes Unternehmen brauchte ich 3 Jahre, bis ich einen Lichtblick am Ende des Tunnels sah. In der heutigen Zeit des Internets möchten wir immer alles möglichst schnell erreichen. Doch nur Geduld und Durchhaltewillen bringen den Durchbruch, oft nach langer Durststrecke mit geballter Kraft.

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