Im besten Fall haben wir einen tollen Chef, leben unsere Berufung in vollen Zügen, können uns nach unseren Wünschen frei im Unternehmen entfalten und gehen einer tief erfüllenden Arbeit nach. Einige Menschen kommen in den Genuss bzw. haben hart an ihrer Persönlichkeit gearbeitet, um all dies in ihrem täglichen Leben wieder zu finden. Doch bei vielen sieht es anders aus.

Eine jüngste Umfrage der Hay Group beweist einmal mehr, was schon seit Jahren bekannt ist und viele von uns spüren: Jede zweite Führungskraft (48%) sorgt aus Sicht des Teams für ein eher schlechtes Arbeitsklima. Nur jeder dritte Chef (37 %) schafft es den Angestellten zufolge, sie zu motivieren. Die Faktoren, welche die Motivation am Arbeitsplatz beeinflussen sind vielfältig und hängen keineswegs nur von der Unternehmenskultur und vom Chef ab. Ich selbst habe an mir und unzähligen Mitarbeitenden erfahren, dass wir unsere Motivation in einem hohen Mass selbst steuern.

Es suchen immer mehr Menschen nach dem Sinn des Lebens. Deshalb geht es nicht mehr nur darum, sich morgens ins Büro zu schleppen, um irgendeinem Broterwerb nachzugehen, sondern darum, mit Freude eine berufliche Tätigkeit auszuüben, die den inneren Kern unserer wahren Persönlichkeit ausdrückt. In diesem Sinne liegt es in unserer eigenen Verantwortung, unsere Motivation selbst so zu steuern, dass wir nicht nur zufrieden sind, sondern ein erfülltes Leben führen. Was hilft uns dabei, dies am Arbeitsplatz umzusetzen?

1. Die richtige Einstellung ist der Schlüssel

Andere Menschen können uns nur so weit beleidigen, wie wir es selbst zulassen. Dasselbe gilt für die Motivation am Arbeitsplatz. Wir sind der Schmied unseres eigenen Glücks. Bist du unzufrieden, unterfordert oder genervt? Dann gilt es folgende Regel anzuwenden: Ändere die Situation oder akzeptiere wie es ist! Jammern oder kritisieren nützt niemandem. Wenn Du deine Situation akzeptierst, lass sie komplett los und begebe dich mit neuem Schwung an deine Tätigkeit. Wenn du etwas änderst, mach dir konkrete Gedanken und schaff Klarheit, was du wirklich willst. Erst Klarheit bringt dich auf den richtigen Weg.

2. Setze deine Lebensaufgabe im Unternehmen um

Jeder Mensch ist mit einzigartigen Talenten, Fähigkeiten und Herzenswünschen geboren. Diese Kombination nenne ich Lebensaufgabe. Solltest du keine Freude mehr in deiner aktuellen Tätigkeit finden, frage dich zuerst: Welches ist meine Lebensaufgabe?

Dabei ist es wichtiger herauszufinden, was du liebend gerne tust anstatt sich zu fragen, ob du es wirklich kannst oder noch schlimmer, ob es genügend Geld bringt! Fähigkeiten kannst du dir immer aneignen. Und alles was du von ganzem Herzen tust, zieht automatisch den entsprechenden Lohn und die gewünschte Anerkennung in dein Leben. Die Lebensaufgabe lässt sich so einfach formulieren wie etwa: Ich erfreue andere Menschen durch meine fröhliche Natur!
TippSchreibe dir deinen eigenen Stellenbeschrieb und liste Kriterien auf, welche dir so richtig Spass machen. Erfüllt deine momentane Tätigkeit zu mindestens 70% all diese Kriterien? Wenn nicht, dann ist es an der Zeit, den Chef aufzusuchen oder sich selbst im Unternehmen schlau zu machen, ob es einen solchen Job für dich gibt.

3. Sieh den Nutzen in jeder Situation

Jede Krise, dazu gehört auch die Demotivation am Arbeitsplatz, birgt einen Nutzen. Eine Krise treibt dich immer voran, schreit nach Veränderung und hilft dir, eine Neuorientierung aktiv anzugehen. So schmerzlich diese auch sein mag, heiss solche Situationen willkommen, denn sie bergen enorme Chancen.

Big Change - links Foto von Andreas Dudas in die Kamera Strahlend, rechts Informationen zum Newsletter zum Big Change

4. Stell dir die richtige(n) Frage(n)

Fragen führen immer zu Antworten. Sobald wir eine Frage formulieren und diese auch schriftlich festhalten, macht sich unser Unterbewusstsein auf den Weg, Antworten zu liefern.
Tipp: Schreibe Fragen wie z.B. Was kann ich am Arbeitsplatz verändern? auf und leg sie für 48 Stunden zur Seite. Oft fallen dir viele geniale Ideen zu.

5. Hilf anderen Menschen

Ein riesiger Motivationsschub ist es, anderen Menschen eine Freude zu bereiten bzw. zu helfen. TippÜberleg dir, wen du heute in deinem Arbeitsumfeld unterstützen kannst und zwar aus freien Stücken. Je spontaner und überraschender, desto grösser die Freude auf beiden Seiten. Setz es dir zum Ziel, diene Tätigkeit so zu gestalten, dass du jeden Tag das Leben mindestens eines Menschen etwas erfolgreicher oder erfüllender gestaltest.

6. Verschaff dir Klarheit

Möchtest du wirklich etwas verändern? Verschaff dir Klarheit, was du ändern willst:

  • Kann ich meine(n) Wert(e) im momentanen Umfeld leben?
  • Welche Teile meiner Lebensaufgabe kann ich wirklich umsetzen?
  • Welche Ziele möchte ich in den nächsten 2 Jahren erreicht haben?
  • Erreiche ich diese im momentanen Umfeld?

Sobald du Klarheit hast, was du (ändern) möchtest, such das Gespräch mit denjenigen, die Entscheidungskompetenz besitzen.

Such in jedem Fall das Gespräch. Aus dem Unternehmen wegrennen ist keine Option. Oft findet man sich Monate später in derselben misslichen Lage, da man sich dem Kern des Problems nicht gestellt hat. Durch klärende Gespräche ergeben sich oft vielfältige Möglichkeiten am momentanen Arbeitsplatz, von denen du nicht mal geträumt hättest. Motiviere dich, indem du Ausschau haltest, wo im Unternehmen du mit deinen Fähigkeiten zusätzlichen Mehrwert schaffen kannst. Mach erst durch Freiwilligen-Arbeit auf dich aufmerksam. Bring deine Talente mit Freude ein. Unternehmen, die verstanden haben, dass Mitarbeitende unternehmerischen Spielraum benötigen, werden dies mit entsprechenden Tätigkeiten belohnen und ihr Unternehmen an die Spitze führen.

7. Such wertschöpfende Tätigkeiten

Mitarbeitende bringen bei weitem mehr Fähigkeiten und Talente mit, als von ihnen in ihrer Tätigkeit gefordert werden. Leider realisieren viele Führungskräfte das in ihrer Alltagshektik selten oder Mitarbeitende wagen es nicht, aus ihrem Wirkungskreis auszubrechen. Nimm das Ruder selbst in die Hand!